Tagesbericht 8: Durch das heiße Tal der Etsch

Zum Frühstück auf der Terrasse des Gasthof Lamm ist es noch angenehm kühl; leider haben wir die Hausbroschüre nicht richtig gelesen, sonst hätten wir gewusst, dass Eierspeisen frisch zubereitet werden: allerdings hätten wir bestellen müssen… Als wir dann aufbrechen, ist es allerdings schon wieder heiß. Heutige Durchschnittstemperatur: 34 Grad. Und das über 100 km am Ufer der Etsch entlang und mal wieder ohne Schatten… Anfangs geht es ja noch, denn nach Meran herab sind es fast 200 Höhenmeter bergab: es gibt sogar einen eigenen Radweg mit 10 Kehren: Gerd ist begeistert! Aber unten in Meran ist es heiß – wir müssen ja in die Stadt, weil ich ein neues Akkukabel brauche. Aber der Zufall will es, dass ich gleich am Rand der Innenstadt einen Mobilfunkladen finde und dort sogar ein Orginalkabel kaufen kann. Als wir dann in Nals wieder auf Birgit treffen, hängt die freundliche Kellnerin des Cafés, in dem wir verweilen, mein iPhone ans Stromnetz. Ich bin wieder online!

Überhaupt unsere Birgit! Helga vom Lauftreff war so lieb, in einem Kommentar Grüße an „unsere Servicefrau“ auszurichten. Ohne Birgit hätten Gerd und ich es nie geschafft, 600 km nur mit Muskelkraft bis Verona zu rennen und zu radeln. Zehn gute Gründe, warum Birgit unsere gute Fee ist: wir brauchen kein Gepäck mit uns schleppen (nur der Wasserträger schleppt sich mit den Getränken ab); sie findet gute Verpflegungsposten, wo wir mit nahrhaften Überraschungen gestärkt werden; sie findet für uns immer eine passende Unterkunft; sie trägt uns sogar die Koffer aufs Zimmer (meistens jedenfalls); sie erkundet die Orte, an denen wir uns treffen, nach Möglichkeiten, einzukaufen oder etwas zu trinken; sie richtet abends zum Wein kleine Snacks; sie verbreitet gute Stimmung. Danke, Birgit!

Von Nals geht es weitere 40 Kilometer schnurgerade am Ufer der Etsch entlang bis nach Salurn. Spätestens jetzt wäre Gerd der Zahn gezogen worden, wenn er noch zu Fuß unterwegs wäre. So meckert er aber nicht einmal, als ich aus Bozen heraus nicht sofort den richtigen Weg finde. In Salurns ist es so heiß, dass wir auf eine Stadtbesichtigung verzichten, sondern uns lieber in eine klimatisierte Bar setzen. Dort erwähnt Gerd so nebenbei, dass er erstaunt ist, wie gut ich mithalten kann. Die letzten 20 km bis Lavin zehren dann allerdings sehr an den Kräften, da uns ein heftiger Gegenwind das Vorwärtskommen erschwert.

Noch 115 km bis Verona.

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