Tagesbericht 4: Aus diesem Holz schnitzt man Helden!

Vorneweg: Wir haben den Fernpass bezwungen!

Wie es dazu kam?

Zwar ist es brütend heiß, als wir unser Hotel in Füssen verlassen, aber wir fangen gemächlich an und gehen gemütlich durch die Altstadt. Dann biegen wir in das Lechtal, sofort steigt der Weg an, aber es ist ein Schotterweg im Wald, schön schattig und kühl, es geht auf und ab: jetzt ist Gerd in seinem Element. „Heute ist es kurzweilig!“, ruft er begeistert und stürmt voran, so dass ich Mühe habe, bergauf mitzuhalten. Hinter Burg Ehrenberg überholt er sogar ein älteres Ehepaar: sie strampeln in die Pedale, er schreitet mühelos links vorbei. Sie kommen aus Oberammergau. Das wissen wir, weil wir sie fünfmal heute treffen und immer ein Schwätzchen halten. So schnell ist Gerd unterwegs! Überhaupt sprechen uns heute viele sportlichen Radler an, die uns überholen, und loben unsere Leistung. Die nicht so sportlichen müssen sich ganz auf ihr Treten konzentrieren und können die Schilder an meinem Rad nicht lesen…

Zwischen Bichelbach und Lermoos ist der Radweg gesperrt und wir müssen auf den Panoramaweg ausweichen. Das erweist sich aber als Glücksfall, weil wir nun nicht neben der Autostraße laufen müssen, sondern einen Forstweg nutzen, der immer wieder schattig ist und, wie der Name verspricht, schöne Ausblicke zeigt. Allerdings ist er sehr profiliert… Wir sind am Ende ziemlich hoch über Lermoos, aber Gerd findet eine Abkürzung bergab, die so schmal und halsbrecherisch ist, dass ich zwischendurch Ferdinand schultern muss (so heißt mein Fahrrad).

Am Bahnhof in Lermoos wartet Birgit mit zwei kalten Radlern auf uns. Wir sind gespannt. Gerd fühlt sich famos: er will heute unbedingt den Fernpass in Angriff nehmen.

Also gut. Erst geht es noch durch das Moos, dann geschotterte Wege immer weiter bergauf, allerdings ohne viel Schatten – aber die Römer wussten wohl, warum sie gerade hier ihre Straße anlegten – denn in null Komma nichts sind wir oben (die Strapazen übergehe ich höflich). Dort liegt eine ganze Gruppe Mountain Biker im Schatten herum. Die staunen nicht schlecht, als wir nur kurz einen bitten, ein Foto von uns zu machen, ehe wir weiter marschieren. Es geht schön bergab, dann noch ein Stück bergauf, dann unterqueren wir die Autostraße am heutigen Fernpass und rennen hinunter an den Fernsteinsee. Auch ich renne die meiste Zeit neben meinem Rad her, weil die Schilder eine Schiebestrecke verkünden. Im Ziel wartet Birgit schon im Schlosshotel auf uns.

Das Foto zeigt uns am historischen Fernpass mit der Zugspitze im Rücken. Heutige Tagesleistung: 57 km bei 940 Höhenmetern. Noch 387 km bis Verona.

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